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Schuften für gute Chancen

Quelle: HNA 26.03.2010 (www.hna.de)

Schuften für gute Chancen - nach dem Hauptschulabschluss starten Michelle Reinke und Michael Sitko jetzt durch

Das Thema: Hauptschulabschluss - was nun? lautete die Frage, die sich die Schüler der Klasse 9a der Johann-Amos-Comenius-Schule im vergangenen Jahr stellten. Keiner der 16 Jugendlichen hatte damals eine Lehrstelle (wir berichteten). Jetzt trafen wir zwei von ihnen, Michelle und Michael, wieder.

Kassel. Nicht auf der Straße sitzen, sondern auf eigenen Beinen stehen: Das wollten Michelle Reinke und Michael Sitko aus Kassel bereits im vergangenen Juni. Damals war für die beiden Neuntklässler und ihre 14 Klassenkameraden zwar der hauptschulabschluss zum Greifen nah, eine Lehrstelle war jedoch noch nicht in Sicht. Um Keine Zeit zu verschwenden und sich stattdessen weiterzuqualifizieren, meldeten sich die beiden 16-Jährigen - wie ihre Mitschüler - zunächst auf der Berufsfachschule beziehungsweise zum Berufsgrundbildungsjahr an. "Ich habe mich auf der Willy-Brandt-Schule angemeldet, weil ich unbedingt den mittleren Bildungsabschluss haben will und somit bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt", sagt Michelle.
Bis 2011 besucht sie die Berufsfachschule, um sich zwei Jahre speziell auf einen medizinisch-technisch-krankenpflegerischen Beruf vorzubereiten. "Ich würde gerne als medizinische Fachangestellte, also Arzthelferin, in einer Praxis für Allgemeinmedizin arbeiten, weil ich kranken Menschen helfen möchte", sagt Michelle. Bereits im Sommer, also lange vor ihrer Abschlussprüfung, werde sie sich in Nordhessen und Südniedersachsen bewerben. "Da muss man schließlich schnell sein", sagt sie.
Michelle weiß, dass Ausbildungsplätze in diesem Bereich begehrt sind: "Ich will deshalb noch mehr an meinen Noten arbeiten, vor allem Mathe liegt mir nicht so." Schließlich hat die 16-Jährige ein Ziel: "Ich werde für einen Ausbildungsplatz kämpfen, weil ich endlich auf eigenen Beinen stehen will."

Werkbank statt Schulbank

Dieses Ziel hat Michael Sitko bereits erreicht. Der 16-Jährige macht seit September eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei Elektro-Friedrich-Sanitär (EFS) und arbeitet für die Kasseler Firma zurzeit im Volkswagenwerk in Baunatal.
Mit der Zusage habe er im vergangenen Juni nicht gerechnet. "Ich habe mich zunächst zum Berufsgrundbildungsjahr auf der Max-Eyth-Schule angemeldet. Dann sind meine Prüfungen jedoch so gut gelaufen, dass ich auf die Berufsfachschule gehen konnte", sagt Michael.
Nach einer Woche auf der Max-Eyth-Schule habe er im August schließlich die Zusage von EFS bekommen. Zum Glück, wie er sagt: "Ich wollte ja von Anfang an lieber eine Ausbildung machen, als weiter zur Schule zu gehen. Deshalb habe ich mich ja auch bei mehreren Unternehmen beworben." Als sein großer Wunsch überraschend in Erfüllung ging, hat sich Michael sehr gefreut. Schließlich zieht er die Werkbank der Schulbank vor. "Das Handwerkliche liegt mir mehr. Ich kann mir nicht vorstellen, jeden Tag im Büro zu arbeiten."

von Sarah Rogge-Richter