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Schulen wollen Eigenregie

Quelle: HNA 18.03.2010 (www.hna.de)

Sechs Kasseler Schulen haben sich auf den Weg in die Selbstständigkeit gemacht
Schulen wollen Eigenregie

Kassel. Hoffnungsvoll und voller Tatendrang haben sie sich auf den Weg gemacht, selbstständige Schulen zu werden: die Gesamtschulen Offene Schule Waldau, Heinrich-Schütz-Schule, Johann-Amos-Comenius-Schule, Carl-Schomburg-Schule, die Reformschule sowie die Grundschule Waldau. Vor über einem halben Jahr haben sich die sechs Schulen zum Netzwerk Selbstständige Schule zusammengeschlossen.

An erster Stelle steht der Wunsch nach freier Verfügbarkeit über die diversen Etats für Schulen sowie nach der Hoheit, eigenständig Personal einzustellen. Üblicherweise bekommen die Schulen vom Ministerium Geld als verlässliche Schulen, das sie für die Bezahlung von Vertretungslehrern ausgeben. Auch als ganztagsbetriebene Schulen stehen ihnen jährlich mehrere zehntausend Euro zur Verfügung, wovon 70 Prozent für Honorare verwendet werden müssen. All das sowie den Geldtopf für Lehr- und Lernmittel hätten die Schulen gerne zur freien Verfügung.

Als zweiter Geldgeber kommt der Schulträger, die Stadt, hinzu. Er verteilt ebenfalls mehrere Etats, etwa für Mobiliar und Verbrauchsmaterial wie Putzmittel, die nicht nur zweckgebunden, sondern auch im jeweils entsprechenden Haushaltsjahr ausgegeben werden müssen. Könnten die Schulen ihre Etats selbstverantwortlich ausgeben, hätten sie ganz andere Möglichkeiten zu investieren, wären flexibel, könnten Schwerpunkte setzen und das Profil der jeweiligen Schule besser herausarbeiten.

Die Schulen möchten deshalb auch Geld ansparen können.
Lehrer einstellen

Ein zentraler Wunsch der Schulen ist es zudem, Lehrer selber einzustellen. „Nicht selten erleben wir, dass wir befristet eine Lehrkraft beschäftigen, die eine tolle Arbeit leistet und in das Kollegium passt, die Planstelle aber von Wiesbaden aus nach einer Rangliste mit einer anderen Person besetzt wird“, sagt ein Lehrer, der im Netzwerk mitarbeitet.

In den Versammlungen erarbeiten die Vertreter der Kasseler Schulen ihre Vorstellungen, Erwartungen und pflegen Kontakt zu Vertretern des Kultusministeriums, des Staatlichen Schulamts und des städtischen Schulverwaltungsamts.

Am Montag sind alle Schulen, die sich auf den Weg zur selbstständigen Schule gemacht haben, nach Wiesbaden eingeladen. Erwartet werden hundert Schulen aus ganz Hessen.

Ihnen soll dann mitgeteilt werden, mit welchem Entgegenkommen des hessischen Kultusministeriums sie rechnen können. Möglicherweise ist das der erste Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Von Christina Hein